Chronik
Wie es zum Widerstand gegen die heutige Masterplan-Praxis kam – und was die IG seither unternommen hat.
Startschuss für den Masterplan
Der Gemeinderat beschliesst, einen Masterplan erarbeiten zu lassen; das Mandat geht ohne öffentliche Ausschreibung an das Berner Büro Aebi & Vincent Architekten. In den Folgejahren bleiben die Pläne für die Bevölkerung unter Verschluss – ausgewählte Bauherren, Entwickler und Planer erhalten jedoch Einsicht in Ausschnitte.
Masterplan-Präsentation vor über 300 Personen
Nach jahrelanger Verspätung und Zehntausenden Franken Mehrkosten öffnet der Gemeinderat im Zentrum Missione die «Blackbox»: Die Bestuhlung reicht nicht aus, die Stimmung ist gereizt. Die Bevölkerung erfährt erst jetzt, was ausgewählten Bau- und Planungsunternehmen vorab präsentiert worden war – von echter Mitwirkung keine Rede.
Erste Fragen bleiben unbeantwortet
Anwohnerinnen und Anwohner der Massegga suchen wiederholt den Kontakt zur Bauverwaltung. Die Antworten zum Planungsstand und zur Bedeutung des Masterplans bleiben allgemein und unvollständig. Erst nach mehreren Nachfragen kommt es am 7. April 2025 zu einer Besprechung auf dem Bauamt.
Gründung der IG Massegga
Betroffene Eigentümerinnen und Eigentümer aus dem Raum Massegga, Haselmattstrasse und Umgebung schliessen sich zusammen – heute rund 50 Personen. Auslöser: Der Masterplan sieht für ihr Quartier verdichtetes, höheres Bauen vor, ohne dass die Bewohner davon wussten.
Gebaut wird «nach Masterplan»
Medienrecherchen zeigen: Das rechtlich «unverbindliche» Papier wird faktisch angewendet. An der Bahnhofstrasse 11/13 wird höher gebaut als nach geltender Bauordnung, an der Furkastrasse 60 wird eine Ausnahme von der Baulinie ausdrücklich «nach Masterplan» bewilligt.
Urversammlung: Ruf nach einer Abstimmung
An der Urversammlung verlangt ein Bürger, den Masterplan der Bevölkerung zur Abstimmung vorzulegen. Die Gemeindepräsidentin stellt später klar: Das sei «nie vorgesehen» gewesen – der Masterplan sei ja nicht behördenverbindlich. Genau diese Unverbindlichkeit wird in konkreten Bauverfahren aber nicht gelebt.
Gründung der IG Naters – für faires Bauen
Damit die Anliegen über ein einzelnes Quartier hinaus Gewicht erhalten, gründen Einwohnerinnen und Einwohner von Naters die IG Naters – für faires Bauen: überparteilich, unabhängig und offen für alle – «mit oder ohne Boden, mit oder ohne Baugesuch».
Offener Brief an den Gemeinderat
Gemeinsam mit der IG Massegga stellt die IG dem Gemeinderat einen Katalog von zwölf Fragen zu Transparenz, Mitwirkung und Gleichbehandlung – und fordert: keine Ausnahmebewilligungen nach Masterplan, bis die offenen Fragen geklärt sind. Zum Beitrag
Der Walliser Bote berichtet über die IG
«Natischer IG fordert Stopp von Ausnahmebewilligungen nach Masterplan»: Der Walliser Bote porträtiert die neu gegründete IG und ihre Forderungen – «Naters ist ein Dorf und nicht Dubai». Artikel als PDF (© pomona.media)
Gemeinderat verweist auf das kantonale Verfahren
Der Gemeinderat bestätigt den Erhalt des offenen Briefs, will sich zu den Fragen aber erst äussern, wenn der Kanton die angekündigte Aufsichtsbeschwerde beurteilt hat.
Aufsichtsbeschwerde beim Kanton eingereicht
Die IGs reichen beim Staatsrat des Kantons Wallis eine Aufsichtsbeschwerde ein. Sie verlangt die aufsichtsrechtliche Überprüfung des Vorgehens der Gemeinde – und die IG erwartet ein faktisches Moratorium: keine masterplanbegründeten Abweichungen vom Bau- und Zonenreglement, solange die Prüfung läuft. Zum Beitrag
Die Chronik wird laufend ergänzt. Aktuelle Entwicklungen findest du unter Aktuell.