Offener Brief: Wir fordern Transparenz, echte Mitwirkung und Gleichbehandlung
Gemeinsam mit der IG Massegga haben wir dem Gemeinderat von Naters einen offenen Brief zum Masterplan übergeben – mit einem Katalog von zwölf Fragen und einer klaren Forderung: Bis zur Klärung dürfen keine Projekte bewilligt werden, die vom geltenden Bau- und Zonenreglement abweichen.
Worum es geht
Der «Masterplan Naters» wird der Bevölkerung als rechtlich unverbindliches Arbeitspapier dargestellt – gleichzeitig wird er in konkreten Bauverfahren faktisch angewendet: An der Bahnhofstrasse 11/13 darf höher gebaut werden als nach geltender Bauordnung, an der Furkastrasse 60 wurde eine Ausnahme von der Baulinie ausdrücklich «nach Masterplan» bewilligt.
Daraus entsteht eine rechtsstaatlich heikle Zwischenlage: Die Bevölkerung kann ein «unverbindliches» Papier nicht anfechten, muss aber dessen Folgen tragen. Ein Strategiepapier, das nie demokratisch beschlossen wurde, darf nicht durch die Hintertür zu verbindlichem Recht werden.
Unsere Kernpunkte
- Ein «unverbindlicher» Plan mit verbindlicher Wirkung – der Masterplan wird systematisch über Ausnahmebewilligungen angewendet.
- Mitwirkung kam zu spät – oder gar nicht – die Bevölkerung wurde erst informiert, als die wesentlichen Überlegungen ausgearbeitet waren. Andere Gemeinden zeigen, dass es anders geht.
- Gleiche Information für alle? – Bauherren, Entwickler und Planer erhielten früher Einsicht in den Masterplan als betroffene Einwohnerinnen und Einwohner.
Wir stellen klar: Wir sind nicht gegen die Weiterentwicklung von Naters. Was wir einfordern, ist ein Verfahren, das demokratisch nachvollziehbar ist, die Bevölkerung einbezieht und alle gleichbehandelt.
Dokumente
Medienecho
- 📰 «Natischer IG fordert Stopp von Ausnahmebewilligungen nach Masterplan» (PDF) — Walliser Bote / pomona.media, 26. Juni 2026. © pomona.media, Wiedergabe mit Quellenangabe.